P. Deisinger 14.06.2024/ Im Rahmen des Erasmus Programms der BBS Bad Dürkheim hatten die Kolleginnen Elke Teufel und Pia Deisinger die wunderbare Gelegenheit eine Schule in Norwegen zu besuchen, um dort ein sogenanntes Jobshadowing zu absolvieren.

Durch Unterrichtshospitationen, Ausflüge und einen intensiven Austausch mit den Kolleginnen vor Ort hatten wir damit eine einmalige Möglichkeit, das Bildungssystem in Norwegen und die schulischen Aktivitäten kennenzulernen.

Empfang und erster Eindruck

Untergebracht waren wir in der Wikingerstadt Tønsberg. Tønsberg ist ein eher kleines Städtchen mit ca. 41.000 Einwohnern. Es liegt direkt am Oslofjord und hat eine charmante Hafenpromenade mit netten Restaurants und einem schönen Marktplatz.

Ein tolles erstes Erlebnis dort vor Ort war der Besuch des Mittelalterfestivals am Turm Slottsfjelltårnet. Das Festival versetzte uns mit seinen historischen Darbietungen, Kostümen und Handwerksvorführungen direkt ins Mittelalter und gab uns einen faszinierenden Einblick in die Geschichte und Kultur dieser Region.

Gleich am ersten Tag wurden wir an der norwegischen Schule herzlich empfangen. Es wurde sogar zu unseren Ehren die deutsche Flagge gehisst, was uns zum schmunzeln brachte, aber auch wirklich rührend war. Die norwegischen Kolleginnen und Schülerinnen empfingen uns mit einer offenen, warmherzigen Art und ließen uns wissen, wie sehr sie sich über diesen Besuch und Austausch freuten.

Schulische Aktivitäten und Unterricht

Die schulischen Aktivitäten vor Ort waren äußerst inspirierend. An der Schule werden verschiedene Projekte durchgeführt, die sich insbesondere auf die Integration und Bildung von Zuwanderern und Asylbewerbern konzentrieren. Besonders beeindruckend fanden wir die Norwegisch-Grundkurse für erwachsene Zuwanderer. Diese Kurse legen nicht nur den Schwerpunkt auf das Erlernen der Sprache, sondern vermitteln auch wichtige Kenntnisse über die norwegische Gesellschaft, einschließlich Gesetze, Normen, Rechte, Kultur, Geografie und Geschichte.

Die Schule bietet auch ein spezielles Programm für Erwachsene mit wenig oder gar keiner früheren Schulerfahrung. In einem dreijährigen Kurs wird das reguläre 10-jährige Schulprogramm auf drei Jahre komprimiert, was eine enorme Herausforderung, aber auch eine große Chance für die Teilnehmer darstellt.

Darüber hinaus unterrichten die Lehrkräfte Asylbewerber an zwei verschiedenen Standorten, dem Aufnahmezentrum in Hof und dem Schulzentrum in Sandé . Hierbei liegt der Fokus ebenfalls auf dem Erlernen der norwegischen Sprache, um den Asylbewerbern den Einstieg und die Integration in die norwegische Gesellschaft zu erleichtern.

Besuche und Aktivitäten außerhalb der Schule

Neben den schulischen Einblicken hatten wir auch die Möglichkeit, einige beeindruckende Orte in Norwegen zu besuchen. Eine besonders eindrucksvolle Erfahrung war der Besuch einer ehemaligen Farm, die als Luxusübernachtungsstätte für Pilger dient, aber auch als Eventlocation genutzt wird. Die Kombination aus rustikalem Charme und modernem Komfort in den ehemals landwirtschaftlichen Einrichtungen war eindrucksvoll.

Ein weiteres Highlight war unser Ausflug nach Tjøme, von wo aus wir eine Wanderung ans „Ende der Welt“ unternahmen. Die atemberaubende Natur und die friedliche Umgebung machten diese Wanderung zu einem besonderen Erlebnis, das uns die Schönheit der norwegischen Landschaft näherbrachte.

Mit den Lehrerinnen des Zentrums in Hof hatten wir die Gelegenheit, gemeinsam mit den Flüchtlingen der dortigen Schule eine Wanderung zu unternehmen. Dies bot uns die Möglichkeit, in direkten Austausch mit den Flüchtlingen zu treten und ihre Geschichten und Erfahrungen aus erster Hand zu hören.

Unser Besuch im Munchs Haus in Åsgårdstrand war ein kulturelles Highlight. Die beeindruckenden Werke des berühmten Künstlers Edvard Munch und die historische Bedeutung seines Hauses hinterließen bei uns einen bleibenden Eindruck.

Fazit

Die Reise nach Norwegen im Rahmen des Erasmus Programms war eine bereichernde Erfahrung, die uns nicht nur die Möglichkeit gab, das norwegische Bildungssystem und die Integration von Zuwanderern kennenzulernen, sondern auch die beeindruckende Natur und Kultur Norwegens zu erleben. Die Herzlichkeit und Offenheit der Menschen vor Ort, die inspirierenden schulischen Projekte und die unvergesslichen Erlebnisse in der Natur werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.

 

 

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