L. Platz / R. Falkenstern 31.08.2026/ Wer sind wir und was macht man eigentlich bei einem Erasmus+-Praktikum?
Wir sind Luca Platz und Robert Falkenstern, Auszubildende zu Industriekaufmännern bei der Südzucker AG. Zum Zeitpunkt unseres Erasmus+-Aufenthalts waren wir im ersten Ausbildungsjahr, inzwischen befinden wir uns im zweiten Lehrjahr.
Vom 27.06.2026 bis zum 11.07.2026 hatten wir die Möglichkeit, im Rahmen des Erasmus+-Programms zwei Wochen auf Kreta zu verbringen und dort praktische Erfahrungen in einem griechischen Unternehmen zu sammeln. Organisiert wurde der Auslandsaufenthalt über unsere Berufsschule. Das Programm bietet dabei grundsätzlich jedem Auszubildenden die Möglichkeit, während der Ausbildung berufliche Erfahrungen im Ausland zu sammeln und gleichzeitig eine andere Kultur kennenzulernen.
Arbeiten auf Kreta – unser Praktikum bei Byraki Flavour
Unser Praktikum absolvierten wir bei Byraki Flavour, einem kleinen Unternehmen, das traditionellen griechischen Raki herstellt und vertreibt. Darüber hinaus werden dort regionale Produkte wie Marmordekorationen und Korksandalen angeboten.
Bereits zu Beginn unseres Aufenthalts erhielten wir eine ausführliche Einführung in das Unternehmen und konnten die verschiedenen Arbeitsbereiche kennenlernen. Besonders interessant war für uns der direkte Einblick in die Produktion. Wir durften bei verschiedenen Produktionsabläufen mithelfen und unter anderem selbst Flaschen abfüllen. Außerdem lernten wir das Lager und die dortigen Abläufe kennen.
Neben den praktischen Tätigkeiten konnten wir auch unsere kaufmännischen Kenntnisse einbringen. Wir arbeiteten unter anderem mit Microsoft Excel und unterstützten bei der Aufbereitung und Strukturierung betrieblicher Daten. Zusätzlich erstellten und optimierten wir eine Unternehmenspräsentation in deutscher und englischer Sprache, die für neue Erasmus+-Teilnehmende eingesetzt wurde.
Marketing und Kundenkontakt
Ein besonderes Highlight unseres Praktikums war die Entwicklung und Umsetzung einer eigenen Marketingidee. Unser Ziel war es, neue Kooperationen mit Hotels aufzubauen und diese zu einer Verkostung der Produkte von Byraki Flavour einzuladen.
Dafür recherchierten wir zunächst geeignete Hotels, planten eine sinnvolle Route und bereiteten die Kontaktaufnahme vor. Anschließend besuchten wir die ausgewählten Hotels persönlich, übergaben Informationsschreiben und stellten den jeweiligen Ansprechpartnern unser Konzept vor. Dabei kamen wir direkt mit Hotelmanagern und teilweise auch Geschäftsführern beziehungsweise CEOs ins Gespräch.
Auch bei der anschließenden Verkostungsveranstaltung durften wir bei der Organisation und Durchführung mitwirken. Zusätzlich erhielten wir Einblicke in Gespräche über mögliche zukünftige Kooperationen und konnten dadurch erste Erfahrungen im Bereich Geschäftsanbahnung und Verhandlungen sammeln.
Verantwortung und internationale Zusammenarbeit
Während unseres Aufenthalts ergab sich außerdem eine besondere Situation: Die zuständige Managerin fiel für einen längeren Zeitraum aus. Dadurch übernahmen wir zusätzliche Verantwortung im Unternehmen und fungierten als Schnittstelle zwischen dem Geschäftsführer und den anderen Praktikantinnen und Praktikanten.
Der Geschäftsführer erklärte uns verschiedene Aufgaben, die wir anschließend an die anderen Erasmus+-Teilnehmenden weitergaben und deren Umsetzung koordinierten. Dadurch konnten wir unsere Organisationsfähigkeit, Eigeninitiative und unser Verantwortungsbewusstsein deutlich stärken.
Da neben uns auch Erasmus+-Teilnehmende aus verschiedenen europäischen Ländern im Unternehmen tätig waren, kommunizierten wir im Arbeitsalltag überwiegend auf Englisch. Dadurch konnten wir unsere Englischkenntnisse in vielen unterschiedlichen Situationen anwenden und verbessern – von alltäglichen Absprachen bis hin zu Gesprächen mit Geschäftspartnern. Gleichzeitig lernten wir verschiedene Arbeitsweisen und kulturelle Hintergründe kennen.
Was nehmen wir aus den zwei Wochen mit?
Die zwei Wochen auf Kreta waren für uns nicht nur eine Möglichkeit, berufliche Erfahrungen im Ausland zu sammeln, sondern auch eine persönliche Bereicherung. Wir konnten unser Wissen aus der Ausbildung praktisch anwenden, neue Arbeitsbereiche kennenlernen und gleichzeitig Verantwortung übernehmen.
Besonders die Kombination aus Produktion, kaufmännischen Tätigkeiten, Marketing, Organisation und internationaler Kommunikation hat uns gezeigt, wie vielseitig der Beruf des Industriekaufmanns sein kann.
Wir können daher jedem Auszubildenden empfehlen, die Möglichkeit eines Erasmus+-Aufenthalts zu nutzen. Es ist eine tolle Gelegenheit, den eigenen Arbeitsalltag zu verlassen, neue Perspektiven zu gewinnen und Erfahrungen zu sammeln, von denen man auch nach der Rückkehr in die Ausbildung noch lange profitiert.
