E. Teufel 14.12.2025/ Auf diese „einfache“ Formel lässt sich reduzieren, warum wir uns entschieden haben, das Thema Nachhaltigkeit am 10.12.2025 einen ganzen Tag lang für die drei Klassen der Veranstaltungskaufleute (VK23, VK24 und VK25) auf die Agenda zu setzen.
Ursprünglich stammend aus der Forstwirtschaft mäanderte das Thema 300 Jahre lang durch die neuere Geschichte und wurde 1987 mit dem Brundtland-Bericht endlich gesellschaftsfähig denn die Einsicht dass „dauerhafte Entwicklung eine Entwicklung ist, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen können“ wurde zum common sense.
Unser Referent war Daniele Murgia, der unter anderem für das Beratungsunternehmen 2bdifferent aus Speyer für die Veranstaltungswirtschaft nachhaltige Eventkonzepte entwickelt.
Ohne Zeigefinger aber mit vielen grafisch aufbereiteten Fakten wurde uns vermittelt, dass wir ohne Änderung unseres Konsumverhalten - gerade in Deutschland - zukünftig für unser Überleben ca. 3 Erden benötigen würden. Und zwar unabhängig von der Tatsache, dass das Thema Nachhaltigkeit momentan aufgrund wirtschaftlicher und politischer Krisen medial in den Hintergrund getreten ist.
Und was bedeutet dies nun für die Veranstaltungsbranche? Sowohl das wegweisende Urteil des Bundesgerichtshofs, das die Grundlage des Klimaschutzgesetzes bildet als auch die neue EU-Richtlinie (CSRD) zur Offenlegung nichtfinanzieller Informationen in Form von erweiterter Berichtspflichten ist Auslöser dafür, dass Agenturen, Dienstleister, Messebauer, Hotels und Locations den Fokus auf die Umsetzung von nachhaltigen Events setzen müssen, um ihre Kunden nicht zu verlieren und langfristig am Markt bestehen zu können. Ziel sollte also sein, Meetings und Events nachhaltig zu planen und durchzuführen, was so viel bedeutet wie ökologische, ökonomische und soziale Auswirkungen zu lenken und zu optimieren.
In den interaktiven Phasen des Workshops bearbeiteten die Azubis in Gruppen zu diesen drei Komponenten der Nachhaltigkeit Case Studies, indem sie für unterschiedliche Veranstaltungsformate aus den Bereichen Public und Corporate Events Handlungsfelder und dazu passende Maßnahmen entwickelten und diese im Plenum vorstellten.
Zwei weitere Schwerpunkte des Workshops waren die Betrachtung des CO2-Abrucks digitaler Events sowie die Zertifizierung nach der ISO 20121 für nachhaltiges Eventmanagement.
Eine Brücke schlagen zu unserem Fairtrade-Siegel, das wir seit mehr als 10 Jahren an unserer Schule führen, konnten wir über den Nachhaltigkeitskodex der Veranstaltungsbranche „faripflichtet“. So leisten auch wir schon seit langem einen kleinen Beitrag zur Nachhaltigkeit.
Am Ende des intensiven Workshop-Tages präsentierte uns Daniele noch ein Best Practice Beispiel aus seiner beruflichen Tätigkeit: Die Verleihung des Deutschen Filmpreises Lola wurde 2021 komplett auf nachhaltig umgekrempelt, u. a. erreicht durch Klimaneutrale Anreise, Einsparungen bei Energie, Licht und Klima, Barrierefreiheit und einem Verhaltenskodex für alle Dienstleister.
Wir bedanken uns bei unserem Referenten, der sehr engagiert sein umfangreiches Wissen mit uns teilte und bei unserer Schulleitung und unseren Betrieben, die durch ihre finanzielle Unterstützung den Workshop möglich gemacht haben.
Was bleibt ist die Hoffnung, dass unsere Azubis, die die Geschicke der Veranstaltungswirtschaft von morgen bestimmen, ihre Entscheidungen ganz im Sinne der Nachhaltigkeit und damit der Gerechtigkeit für künftige Generation treffen mögen.
